Der Abenteurer Thor Heyerdahl baute das Kon Tiki Floß

Veröffentlicht am 21. Januar 2012 von Jan Mahler in Allgemein

kon tiki

Thor Heyerdahl, geboren 1914, hatte sich mit seiner Pazifik-Überquerung vorgenommen, zu beweisen, dass die ersten Siedler der Osterinseln eher aus dem 6000 Kilometer entfernten Südamerika und nicht nur aus Südostasien über Britisch Kolumbien und Hawaii nach Polynesien kamen. Mit seiner sechsköpfigen Crew machte sich Heyerdahl im 28. April 1947 in Peru auf; man setzte auf die starke Strömung des Humboldtstromes und auf den Passatwind, die das Floß westwärts bringen sollten.

Die Geschichte von Thor Heyerdahl im Fernsehen.
Ob die Geschichte im TV heute ausgestrahlt wird, erfährt man auf www.hoerzu.de

Am 7. August strandeten die Seefahrer im Tuamotu-Archipel, das zu Polynesien gehört. Ihr selbst gebautes Floß bestand aus neun Balsa Baumstämmen, die teilweise mehr als 13 Meter lang waren und einen Durchmesser von 60 Zentimeter hatten. Der Hauptmast war in A-Form gestaltet und ragte nahezu neun Meter in die Höhe; er bestand aus Mangrovenholz. Zum Schutz für unterwegs hatte sich die Mannschaft Heyerdahls eine etwa zehn Quadratmeter große Hütte gebaut und diese mit Bananenblättern bedeckt. Das komplette Floß war aus Naturmaterialien gestaltet; um die Längsstämme zu verbinden waren über 300 Meter Hanfseile erforderlich, kein einziger Nagel war zum Zusammenhalt der Längs- und 5,50 Meter breiten Querstämme benötigt worden. Im Kon Tiki Museum, das zum norwegischen Schifffahrtsmuseum in Oslo gehört, kann man das Original-Floß bewundern. Mit zur Ausrüstung der Seefahrer, die sich bei ihrer Konstruktion auf die Baupläne von spanischen Eroberern gestützt hatten, gehörten ein Sextant, ein Kompass, Notfallmedizin und ein batteriebetriebenes Funkgerät. Ihre Nahrung holten sich die Abenteurer während der Überfahrt weitgehend aus dem Meer, zum Proviant gehörten freilich auch 1100 Liter Trinkwasser, 200 Kokosnüsse, Süßkartoffeln, Flaschenkürbisse, Früchte und Wurzelgemüse.

Weil das Balsa Holz frisch geschlagen war, diente der Saft in den Stämmen dazu, das Holz zu imprägnieren, so drang kein Meerwasser ein und das Floß sank nicht. Der Name des Floßes steht übrigens für die Inka Zivilisation, die der Sonnengott Viracocha begründet hat. Mit zur Rückkehr des Floßes trugen norwegische Schiffseigner und französische Behörden bei, die es nach Tahiti schleppten und von dort nach Norwegen brachten.

Foto: © idreamphoto – Fotolia.com

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